Bach333
Die neue Gesamt-Ausgabe
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Bach333

DAS GRÖSSTE KOMPONISTENPROJEKT IN DER GESCHICHTE DER TONAUFNAHME

32 Labels, 222 CDs, 750+ Interpreten und Ensembles, 280 Stunden Musik, 10 Stunden neue Aufnahmen, darunter 7 Ersteinspielungen, 2 Luxus-Hardcover-Bücher, Vorabausgabe der dritten Auflage des BWV sowie digitales Produktpaket

Deutsche Grammophon und Decca kündigen mit Stolz die Veröffentlichung des umfangreichsten Box-Sets an, das je einem einzelnen Komponisten gewidmet wurde. Zwei Jahre wurde die 222 CDs umfassende Gesamtausgabe kuratiert und wissenschaftlich bearbeitet. Sie entstand in Zusammenarbeit mit 32 Labels und einem Team von Wissenschaftlern des Bach-Archivs Leipzig. In ihr finden sich außerdem eine einleitende DVD-Dokumentation und ein Grußwort von Sir John Eliot Gardiner, dem Präsidenten des Bach-Archivs. Editorischer Berater für die Kommentare zu den einzelnen Werken war Sir Nicholas Kenyon.

Die Ausgabe markiert 333 Jahre seit der Geburt von J. S. Bach. Wir wissen, dass bestimmte Zahlen und numerische Proportionen strukturelle und manchmal religiöse Bedeutung für Bach hatten. Die Zahl Drei steht für die wichtige Lehre von der Dreieinigkeit Gottes, die zum Kern von Bachs lutherischem Glauben gehört. Nicholas Kenyon sagt: »333 ist wichtig, weil eine von Bachs Schlüsselzahlen die Drei ist, die die Dreifaltigkeit symbolisiert: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Die Symbolik von Drei und dreimal Drei findet sich überall in der Sammlung von Orgelwerken Clavier-Übung III (1739). Wir spüren oft diese grundlegenden Merkmale in Bachs Werk, ich glaube aber nicht, dass sie je sein Denken dominierten. Es war offenkundig ein Weg für ihn, die Harmonie des Universums auszudrücken, wie er sie sah.« Die Ausgabe trägt daher den Titel Bach 333.

In 16.926 Minuten Musik und 5.533 Tracks bietet Bach 333 jede erhaltene Note des großen Komponisten und macht seine Welt – und seinen Einfluss auf unsere Welt – in einzigartig umfassender Weise erkennbar: durch Audio-, Video-, Druck- und Online-Materialien. Das Box-Set, das im Umfang sogar die vor zwei Jahren erschienene außerordentlich erfolgreiche Ausgabe Mozart 225 übertrifft, präsentiert Bachs Gesamtwerk in Aufführungen von 750 handverlesenen Interpreten und Ensembles, erschienen bei Labels wie Sony, Warner, BIS, SDG, Denon und Harmonia Mundi.

Zwei aufwendig bebilderte Hardcover-Bücher gehören dazu. Das erste Buch trägt den Titel LEBEN und bietet eine reich illustrierte Biografie aus der Feder der Bach-Expertin Dorothea Schröder sowie 13 Essays von renommierten Wissenschaftlern des Bach-Archivs Leipzig, die den aktuellen Stand der Forschung wiedergeben. Das zweite Buch, MUSIK, enthält einen neuen Essay des Nestors der Bach-Forschung Christoph Wolff, außerdem Werkerläuterungen von Sir Nicholas Kenyon (dem Autor von The Faber Pocket Guide to Bach). Hinzu kommen die vollständigen Gesangstexte und ihre englischen Übersetzungen, Faksimiles von Schlüsselwerken und ein Führer zu weiterem Online-Material, darunter die bahnbrechende vom Bach-Archiv entwickelte Initiative »Bach digital«. Die Sammlung entspricht den neuesten Forschungsergebnissen des Bach-Archivs Leipzig und dessen neuer dritten Auflage des BWV, die 2019/20 erscheint. Weitere Erkenntnisse zu Bachs Leben bietet eine DVD mit Sir John Eliot Gardiners 90-minütigem BBC-Film Bach: A Passionate Life. Das Layout von Bach 333 folgt einem Farbschema und präsentiert die Werke chronologisch jeweils innerhalb einer von insgesamt vier Gattungen – Vokalmusik, Musik für Tasteninstrumente, Orchestermusik und Kammermusik. Die Zuhörer können sich so leicht in dem gewaltigen und vielfältigen Bestand zurechtfinden.

Zu den Spitzeninterpretationen in historischer Aufführungspraxis gehört eine sorgfältig kuratierte Sammlung sämtlicher Kantaten, angeführt von den überragenden Beiträgen von Sir John Eliot Gardiner und Masaaki Suzuki, hinzu kommen eindrucksvolle Aufführungen von Ton Koopman, Philippe Herreweghe, Gustav Leonhardt, Nikolaus Harnoncourt, Sigiswald Kuijken und anderen; zu den weiteren führenden Bach-Interpreten dieser Edition zählen Reinhard Goebel, Christopher Hogwood, Paul McCreesh, Franz Brüggen, Trevor Pinnock, Christophe Coin, Christophe Rousset und Rinaldo Alessandrini.

Das Set bietet zudem über 50 CDs alternativer Aufnahmen, darunter Aufführungen von Schlüsselwerken auf modernen Klavieren, dargeboten von András Schiff, Murray Perahia, Angela Hewitt, Martha Argerich, Alfred Brendel und vielen anderen. 90 Jahre sich wandelnder Traditionen der Bach-Interpretation in Vokal- und Instrumentalwerken sind in legendären Aufführungen einer Vielzahl von Künstlern zu hören: von Alfred Deller bis Lorraine Hunt Lieberson, Adolf Busch bis Claudio Abbado, Willem Mengelberg bis Karl Richter, Edwin Fischer bis Glenn Gould, Albert Schweitzer bis Marie-Claire Alain, Wanda Landowska bis Zuzana Růžičková, Pablo Casals bis Pierre Fournier, Arthur Grumiaux bis Anne-Sophie Mutter.

Zu den Höhepunkten der zehn Stunden gänzlich neuer Aufnahmen zählen eine Einspielung der Sonaten und Partiten für Violine durch den Spezialisten für historische Aufführungspraxis Giuliano Carmignola und sieben Ersteinspielungen: sechs alternative Choralfassungen sowie Beethovens einziges vollendetes Arrangement eines Werks von Bach.

16 CDs unter den Rubriken »Bach Interactive« und »Bach after Bach« bilden die Grundlage einer großen Präsentation, um unsere Erfahrung und unser Verständnis von Bachs einzigartiger Wirkung auf alle nachfolgenden Komponisten und Kompositionen zu erweitern: von Mozart und Beethoven bis zu den Größen unserer Zeit wie Arvo Pärt und György Kurtág. Dazu gehören Alben zu Bach à la Jazz (Stéphane Grappelli, Stan Getz, Jacques Loussier, Bill Evans und andere) und New Colours of Bach – Remixer, Komponisten und Künstler der Gegenwart.

»Bachs Bedeutung wird immer wieder von Komponisten aller Richtungen wie Jazz, Pop, Weltmusik und klassischer Musik betont«, sagt Paul Moseley, Direktor von Bach 333 der Universal Music Group. »Wir haben uns vorgenommen, ihm, seinem Leben, seiner Welt voll gerecht zu werden, gegenwärtige und frühere Aufführungspraxis zu berücksichtigen, neue Forschungen und die modernsten Medien einzubeziehen, um etwas zu schaffen, das bildet, unterhält und unsere Beziehung zum wahrscheinlich einflussreichsten Komponisten aller Zeiten vertieft.«

Prof. Dr. Peter Wollny, Direktor des Bach-Archivs Leipzig, erklärt: »Die Einladung an der Edition Bach 333 der Deutschen Grammophon mitzuwirken, bedeutete für das Bach-Archiv eine willkommene Gelegenheit und Herausforderung, unsere Forschungsarbeiten auch in Verbindung mit dem klingenden Medium der gesamten musikalischen Welt nahezubringen. Ergänzend zu den musikalischen Interpretationen sollen sie Augen und Ohren dafür öffnen, welch universalen Rang Johann Sebastian Bachs Schaffen bis heute hat und gewiss auch in Zukunft haben wird.«

»Diese hervorragende Sammlung von Aufnahmen ist auf mehreren Ebenen begrüßens- und schätzenswert«, sagt Sir John Eliot Gardiner. »Sie zeigt das gewaltige Spektrum und die große Vielfalt von Bachs Œuvre sowie die Herausforderungen der Aufführung und deren Wandel – veranschaulicht durch die sehr unterschiedlichen Interpretationen, die hier erstmals zusammengestellt sind. Das Anhören dieser CDs, ganz gleich welcher, schärft zweifellos das Bewusstsein für die Rolle der Musik, die Bach so genial bereicherte und erweiterte. Für ihn war Musik eine Notwendigkeit. Sie beanspruchte sein ganzes Sein: Sie zu komponieren und aufzuführen verlangte viele Fähigkeiten – das Geschick, knifflige Probleme und Aufgaben zu lösen, und die Möglichkeit, einen Sinn in der Welt zu sehen, in der er lebte. Auch heute noch berührt und verändert Bachs Musik das Leben der Menschen auf tief greifende Weise. Sie kann widerspiegeln, was uns innerlich berührt, und positiv beeinflussen, wie wir auf aktuelle Ereignisse reagieren.«

Bach 333 erscheint weltweit am 26. Oktober 2018 in zwei Sprachversionen – Englisch und Deutsch. Die große Ausgabe wird begleitet von einem Einstiegsprodukt auf zwei CDs, Peaceful Bach, und 13 digitalen Produkten, darunter Bach à la Jazz und New Colours of Bach, die alle dazu bestimmt sind, so viel Aufmerksamkeit und Interesse wie möglich zu schaffen.

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Erscheint am 26. Oktober 2018
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In Zahlen
222
CDs
16,926
Minuten
5,533
Tracks
742
Künstler
32
Labels
10.5
Stunden neuer Aufnahmen
Inhalt

222 CDs

Unterteilt in vier Gruppen (Vokal, Tastenmusik, Orchestermusik und Instrumental)

Farblich zur einfachen Navigation gekennzeichnet und chronologisch nach Genre geordnet

BWV/Inhalts-verzeichnis

Numerische BWV-Liste und Chronologie (nach BWV3)

Alphabetische Werk- und Künstlerverzeichnisse

2 Hardcover-Bücher

1) LEBEN: Umfangreich illustrierte Biografie von Dorothea Schröder. Mit einem Vorwort von Sir John Elliot Gardiner; plus 12 neue Essays von führenden Bach-Gelehrten

2) MUSIK: Ein neues Essay von Christoph Wolff, einer Werk für Werk Analyse von Nicholas Kenyon aller 222 CDs, viele Faksimile und ein Leitfaden zu Online-Ressourcen

1 DVD

"Bach:
A Passionate Life"

90-minütiger BBC-Film, erdacht und erzählt von Sir John Eliot Gardiner

6 Tracklisting Bücher

CD per CD, Track per Track - beinhaltet den kompletten gesungenen Text (Deutsch & Englisch) sowie alle Aufnahme-Informationen

Orgeln

Beschreibungen zu über 20 historischen Orgeln, die in den Aufnahmen verwendet wurden

Playlist
Warum 333?

Die symbolische Zahl 3, die Vater, Sohn und Heiligen Geist bezeichnet, ist im dritten Teil der Clavier-Übung (1739) allenthalben zu finden. Insgesamt enthält die Sammlung 27 Orgelstücke (3 x 3 x 3), womit möglicherweise die 27 Bücher des Neuen Testamentes gemeint sind. Die ursprünglich wohl gar nicht für die Orgel gedachten vier Duette BWV 802–805 nahm Bach hier vielleicht nur auf, um die Gesamtzahl 27 zu erreichen.

Eingerahmt wird das Werk von Präludium und Fuge BWV 552. Beide Sätze stehen in Es-Dur, das 3 B vorschreibt. Bach hat diese Tonart in seinen freien Orgelstücken nur dieses eine Mal benutzt. Das Präludium enthält drei stark voneinander unterschiedene Themen, und die aus drei Teilen bestehende Fuge weist insgesamt 27 Themeneinsätze auf (3 x 3 x 3).

Die neun (3 x 3) liturgischen Messsätze BWV 669–677 beziehen sich auch in textlicher Hinsicht auf die Dreieinigkeit aus Vater, Sohn und Heiligem Geist. Bei den »großen« Sätzen handelt es sich um bedeutsame Musikstücke. Im ersten (Gott Vater in Ewigkeit BWV 669) liegt der Choral in der Oberstimme. Der zweite (Christe aller Welt Trost BWV 670) platziert den Choral in der Tenorstimme. Und das abschließende Kyrie, Gott Heiliger Geist BWV 671 präsentiert die Choralmelodie im tiefen Pedal. Die Symbolik der Dreifaltigkeit ist hier also sowohl auf textlicher wie musikalisch-bildhafter Ebene am Werke. Die Rolle, die die Dreifaltigkeit in Bachs Denken spielte, zeigt sich exemplarisch in einem seiner unbekanntesten und kürzesten, scheinbar simplen und unbedeutendsten Werke – dem einstimmigen Kanon Trias Harmonica BWV 1072. Den Begriff »trias harmonica« (harmonische Dreiheit) prägte Johannes Lippius im Jahr 1612 für den vierten, fünften und sechsten Oberton, die sich in Terzen übereinanderstellen lassen.

"Trias harmonica gibt eine schöne Abbildung oder Gleichnüß von der heiligen Drey-Einigkeit … Kan wohl etwa ein Gleichnüß deutlicher vorgestellet werden, welches uns das Drey-Einige Göttliche Wesen gleichsam in einem Spiegel zeige, als dieses?"
(Andreas Werckmeister, 1687)